Radlwoche Als ich in München ankam, fielen mir gleich die vielen Radfahrer auf. Es ist wie in Berlin, nur etwas extremer, weil die Radfahrer hier vorwiegend auf schmalen Radwegen auf dem Bürgersteig fahren und nicht wie bei uns auf der Straße. Ich war oft überrascht, wenn ein Radler mich sehr dicht überholte, obwohl ich schon mit meinen breiten Rad den ganzen Radweg belegt habe. Passend zu meiner Ankunft gab es gerade eine Aktionswoche für Radfahrer in München. Ich sah auch viele Fahrradkuriere und Rikschafahrer.

Je länger ich in München blieb, desto besser gefiel es mir hier. Eine Woche verbrachte ich in der inoffziellen Hauptstadt. Es kommen viele Touristen hierher, um das Klischee der Deutschen zu erleben (Bier, Weiswurst, Lederhosen) und das weltbekannte Oktoberfest findet hier statt.

Guillaume und Tanja zeigten mir die Stadt. Mit Daniel (meinem Gastgeber für 4 Nächte) war ich im Augustiner, auf Kneipentour und an der Isar grillen. Ich war ein Tag lang im Englischen Garten, dort guckte ich mir die Surfer an, welche auf dem Eisbach zu sehen sind. Den Olympiaturm, das Nymphenburger Schloss und den Königsplatz besuchte ich auch. Natürlich war ich auch auf dem Marienplatz vor dem Rathaus und in der gut besuchten Fußgängerzone im Zentrum unterwegs. Ich ging auch mal in den Underground und fuhr mit der U-Bahn, die ich schöner fand als die in Berlin. Ich hätte nicht gedacht, dass ich so lange in München bleibe, aber Guillaume hatte seine Ausreistung für die Reise noch nicht komplett und so wurden es ein paar Tage mehr.

Vielen Dank an Jan, Kristin, Daniel, Andrea, Andrew, Guillaume und Tanja für eure Hilfe eine Unterkunft für mich zu finden.

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Maibaum 21. Reisetag

1.283 km

Sieben Tage hintereinander war ich von morgens bis abends im Sattel. Nach meinem ersten Gewitter-Erlebnis fuhr ich am 3. Mai von Fulda über Teile der Rhön nach Bayern. Diesmal kam ich in den Bergen besser voran. Ich schaffte es bis nach Gemünden, dort übernachtete ich auf einem sehr schönen Zeltplatz und war gleich am Main.

Den nächsten Tag fuhr ich immer am Main entlang, es war wieder sehr heiß und viele Radfahrer waren hier unterwegs. Das erinnerte mich an meine Strecke entlang der Elbe, die ich nach Dresden gefahren bin. In Würzburg lagen die Studenten am Main und sonnten sich, manche gingen auch im Fluss baden.  Die Nacht verbrachte ich auf einem Zeltplatz in Ochsenfurt, an der Südspitze des Main.

Von Ochsenfurt fuhr ich über ein paar Berge zum nächsten Fluss, der Tauber. Hier fuhr ich den Radweg “Liebliches Taubertal”. Der Weg führte mich auch durch die Stadt Rothenburg ob der Tauber, wo sich trotz des Dauerregens viele Touristen aufhielten und sich die Altstadt anschauten. Seit Thüringen zieht sich das nun schon so hin, eine Altstadt nach der anderen, mit den schönen Fachwerkhäusern, Burgmauern, alten Kopfsteinerpflastern usw.  Ich guck mir das aber immer wieder gerne an. Am Abend schaffte ich es noch bis Schillingsfürst, wo ich wieder auf einem Zeltplatz campierte – es ist hier nicht so leicht einen geeigneten Platz zum Wildzelten zu finden, da hier die Dörfer zu dicht aufeinander folgen.

Der Sonntag war der Tag der Wolken, es regnete wieder, aber zwischendurch zeigten sich immer mal wieder interessante Wolkenformationen, es war wie bei meiner Radreise durch Schweden letztes Jahr. Der Radweg “Romantische Straße” war eher eine Wasserstraße und ich kämpfte mich über schlammige Wege voran. Es war schon kurz vorm Dunkel werden, als ich hinter der Stadt Nördlingen auf dem Albuch eine Stelle erreichte wo ich in einer Schutzhütte übernachten wollte. Leider war hier das Campieren verboten, mehrere Schilder wiesen daraufhin was hier alles verboten ist. Das nervt mich, in Bayern seh ich ständig Verbotsschilder wegen allem möglichen. Schnell bin ich noch auf einen anderen Hügel gefahren und habe dort wieder am Rande eines Rapsfeld übernachtet. Nachts wurde ich noch von hellem Licht überrascht, aber es war nur der Vollmond, welcher gerade den geringsten Abstand zur Erde in diesem Jahr hatte und somit besonders hell war.

Das Wetter am nächsten Tag war wieder sehr angenehm, ich kam gut voran und machte schon früh Mittagspause auf der Harburg, eine mitteralterlichen Burg aus dem 11. Jahrhundert. Als ich heute wieder so über die Dörfer fuhr, fiel mir auf, das überall ein Baumstamm, mit einem Tannenbaum obendrauf, aufgestellt ist. Diese Tradition mit dem Baum aufstellen war mir bisher nicht geläufig, es sah hier nach einem richtigen Wettbewerb aus, jedes Dorf wollte den schönsten Baum präsentieren. Nach 85 km kam ich dann bis kurz vor Augsburg an und übernachtete auf einem Zeltplatz gleich in der Nähe des Airpark Augsburg.

Für den 8. Mai hatte ich mich mit Guillaume in Augsburg am Bahnhof verabredet. Wir trafen uns um halb zehn und fuhren gemeinsam nach München, er hatte mir die Hälfte meines Gepäck abgenommen. Trotzdem war er schneller als ich, da er frisch ausgeruht war und ich schon ein paar Tage ohne Pause durchgefahren bin. Nach anfänglichen Navigationsschwierigkeiten, kamen wir sehr gut voran und waren bereits um 16 Uhr in München. Unterwegs konnten wir sogar ein Blick auf die Alpen werfen, welche am fernen Horizont zu sehen waren. In München lernte ich die Freundin von Guillaume kennen und zusammen gingen wir was essen. Beide versuchten mir eine Unterkunft zu organisieren, da sie selber keine eigene Wohnung hatten, konnten sie mich leider nicht aufnehmen. Hier war mir dann der Jan eine sehr große Hilfe, er vermittelte mir über seine Schwester ein Zimmer in einer WG, was gerade frei war. Ich bleibe noch ein paar Tage in München, guck mir die Stadt an, ruhe mich aus und dann geht die Reise zusammen mit Guillaume erst richtig los.

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Am 2. Mai bin ich von Rotenburg aus weitergefahren. Mein Tagesziel war Fulda. Ich fuhr den Radweg R1 an der Fulda entlang. Unterwegs kündigte sich ein Gewitter an, dunkle Wolken zogen auf und es rumpelte in den Bergen. Dann brach auch ein richtig heftiges Gewitter über mich herein. Zum Glück hatte ich mir rechtzeitig einen Unterstand gesucht.

Die Temperatur fiel mal eben um 10° auf 14° C. Man konnte nur noch 100 m weit gucken, alles dahinter verschwand in einer weißen Wand aus Hagel und Starkregen. Nach einer halben Stunde war das Gewitter vorüber. Auf den Wegen lagen noch viele Hagelkörner, umgestürze Bäume und die Felder dampften, so dass ich durch Nebelschwaden fuhr. In einem Dorf waren alle Straßen mit Schlamm überspühlt. Mein Fahrrad war danach entsprechend verdreckt. Später zog noch ein zweites Gewitter vorüber, hierbei bekam ich aber nur den Regen ab.

Wegen dem Gewitter und weil ich erst um 11 in Rotenburg losgefahren bin, war es schon spät abends als ich in Fulda ankam. Der auf meinem GPS angezeigte Zeltplatz war nur ein Wohnmobilstellplatz in der Stadt, dort wollte ich nicht bleiben. So fuhr ich noch schnell aus der Start heraus und baute mein Zelt neben ein Rapsfeld auf.

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Schloss Rotenburg Nach meiner Ankunft in Rotenburg gönnte ich mir am Sonntag einen Ruhetag, wobei wir noch grillten. Am Montag zeigte mir Jan die Stadt und wir machten ein paar lustige Bilder. Wir kauften bei tegut ein, diese Supermarktkette kannte ich bisher nicht, ich find den Namen lustig. Jan crashte mit dem Einkaufskorb einen parkenden VW, aber der Besitzer des Autos machte wegen der Delle keinen Aufstand. Ich mähte dann noch den Rasen, der hatte es mal wieder nötig. Am Abend fuhren wir noch nach Kassel in einen Club, ein bisschen feiern.

Der 1. Mai blieb in Rotenburg friedlich, was sollte hier auch schon groß passieren. Ich half Jan bei seinem Umzug, mittlerweile der Vierte seit wir uns kennen. Er wohnt jetzt in Witzenhausen, wo auch seine Uni ist. Am Nachmittag gingen wir noch zu Jan seinen Freunden und grillten wieder. Später putzte ich noch mein Fahrrad und räumte mein Zeug für die bevorstehende Abreise zusammen. Es waren ein paar schöne Tage mit Jan, Julia und Marlies. Gerne würde ich nächstes Jahr nochmal hierher kommen.

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Landkreis Altenburger Land in Thüringen 10. Reisetag

698 km

Dresden – Chemnitz – Gera – Jena – Weimar – Erfurt – Gotha – Eisenach – Rotenburg an der Fulda. Über 400 km in 5 Tagen.

Am 24.04. ging meine Reise weiter, Jim musste mich “rauswerfen”,  sonst wäre ich jetzt wahrscheinlich immer noch in Dresden. Es war schon nach 13 Uhr als ich aus der Stadt raus kam und in Richtung Chemnitz fuhr.

Bald wurde es bergig und ich hatte mit den Anstiegen zu kämpfen. Ich war zuvor noch nie mit dem Rad in den Bergen unterwegs und schon gar nicht mit so viel Gepäck. Als ich auf über 400 m Höhe ankam war ich geschafft. Dann kam auch noch eine breite Regenfront auf mich zu und es wurde immer dunkler. In Memmendorf fing es an zu regnen und ich überlegte schon in einem Gasthof zu übernachten. Aber ich wollte keine Memme sein und der Zimmerpreis überstieg mein Budget. Also suchte ich mir im nächstgelegenen Wald eine Hütte und stellte dort mein Zelt rein.

Ich stand früh auf um mehr Kilometer zu schaffen, denn gestern kam ich nur 60 km weit und heute fuhr ich erst durch Chemnitz. Die Stadt fand ich ziemlich hässlich und fuhr schnell weiter. Leider kamen wieder viele Anstiege und ich schaffte wieder nur 60 km und übernachtete auf einem Campingplatz.

Nun musste ich mich aber ranhalten um noch zum Wochenende in Rotenburg anzukommen. Am 26.04. lies ich Sachsen hinter mir und fuhr durch Thüringen, hier kam ich besser voran und kam bis kurz vor Jena in einem Wald an, wo ich wieder in einer Hütte übernachtete, hier gab es sogar frisches Wasser aus einer Quelle.

Die Nacht verzichtete ich auf mein Zelt und schlief auf dem Boden der Hütte. Es waren nachts 10° C und es blieb trocken. Der nächste Tag wurde dann sehr warm. Ich fuhr durch Jena, Weimar, Erfurt bis nach Gotha. Die Sonnen brannte und im Schatten waren es 27° C. Abends kam ich nach 110 km in Gotha an und konnte hier bei Jan seinem Dad übernachten. Das war echt supernett, ich konnte das erste Mal auf meiner Reise in einem Bett übernachten.

Für Samstag den 27.04.  hatte ich mich mit Jan in Eisenach verabredet. Er kam mir nämlich mit seinem Bullitt entgegen. Wir trafen uns gleichzeitig am Bahnhof, ich freute mich sehr. Er nahm mir dann 20 kg Gepäck ab und gemeinsam fuhren wir nach Rotenburg a. d. Fulda. Es war wieder ein extrem heißer Tag, ist denn schon Sommer? Wir fuhren am Rande des Thüringer Wald einen schönen Radweg entlang. Jan ritt auf seinem Bullitt wie der Baron von Münchhausen die Berge hoch und runter. Wir hatten eine Menge Spaß und zusammen war die lange Strecke weniger anstrengend.

Wahrscheinlich werde ich bis Dienstag bei Jan bleiben und dann nach München fahren. Meine Streckenplanung: Rotenburg a. d. Fulda -> Fulda -> Würzburg -> Rothenburg ob der Tauber -> Augsburg -> München.

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dsc_0149 Nachdem ich gestern mit Jim in der Dresdner Heide unterwegs war, einem großen Waldgebiet, konnte ich mir heute die Stadt anschauen. Jim nahm mich mit zu IM NU, den Fahrradkurieren in Dresden. Dort durfte ich freundlicherweise das firmeneigene Lastenrad benutzen, um Jim bei seiner Arbeit zu begleiten. Der fuhr dann mit seinem eigenen Bullit. Das machte echt Spaß zu zweit mit Bullit durch Dresden zu fahren, die Leute guckten oft erstaunt, denn solche schicken Lastenräder sind hier sehr selten. Vor der Frauenkirche ließen wir uns noch fotografieren. Nach ein paar Touren merkte ich schnell, wie überschaubar Dresden doch ist. Hier sind Stadtviertel im nu durchfahren. Wir machten einige Aufnahmen mit der GoPro am Bullit, vielleicht schaffe ich es unterwegs noch, mit etwas Hilfe, ein kleines Video zu schneiden.

Morgen will ich weiter fahren und bis nach Chemnitz kommen. Bis Freitag oder Samstag will ich in Rotenburg an der Fulda sein, um dort Jan bei sich zu Hause zu besuchen.

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Dresden 3. Reisetag

243 km

Nach 3 Tagen auf Reisen erreichte ich heute Dresden. Als ich von Nünchritz an der Elbe losfuhr, hatte ich wieder sehr schönes Wetter. Es war Samstag und somit waren viele Radfahrer auf dem Elberadweg unterwegs. Der Weg war teilweise gepflastert und auch mal sehr eng, trotzdem fuhr es sich sehr angenehm. Je weiter ich mich Dresden näherte, desto hügeliger wurde es links und rechts der Elbe. Bei Meißen sah ich die Albrechtsburg, danach fuhr ich durch Coswig und Radebeul und war in Dresden angekommen. Schnell erreichte ich den Innenstadtbereich an der Augustusbrücke, hier musste ich Slalom um die vielen Leute am Elbufer fahren. Im Stadtteil Neustadt kam ich bei Jim an, der mich schon vor seiner Tür sehnsüchtigt erwartete.

Erstmal hingen wir eine Weile ab, ihm ging es leider noch nicht so gut, sonst er wäre er mir auch schon entgegen gekommen. Später gingen wir raus und Jim zeigte mir sein Viertel, was eine Mischung aus Prenzl Berg und Friedrichshain ist, überall szenige Bars und Cafes, Muttis mit Kinderwagen, Fixiefahrer ohne Bremsen etc. Später trafen wir uns mit seiner Freundin Katha in einem veganen Restaurant und ich wurde zu einem Riesenburger und Waffeln eingeladen, war sehr lecker und Katha hatte nocht nette Freunde mitgebracht. Den Abend verbrachten wir mit Filme gucken.

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Endlich, nachdem ich den Starttermin meiner Reise immer wieder verschieben musste, war es am 19. April 2012 soweit. Um 7 Uhr bin ich aufgestanden und um 9 Uhr stand ich schon vor der Tür und hab meine Taschen am Fahrrad befestigt. Zusammen mit meiner Mutter und meinem Bruder bin ich von Berlin-Friedrichshagen gestartet. Zuerst musste ich mich wieder an das schwerbeladene Rad gewöhnen, was ich mit mehr als 35 kg Gepäck (inkl. 3 l Wasser und Essen für 2 Tage) beladen hatte. Das Fahrrad selbst wiegt 15 kg, somit hatte ich 50 kg Gesamtgewicht, 10x mehr als mein Kurierrad wiegt.

Wir fuhren dann über Adlershof vorbei am Flughafen Schönefeld aus Berlin raus. Mein Reisetempo lag bei 15 km/h, viel zu langsam für mein Bruder der immer wieder voraus fuhr und dann ein paar Fotos von mir machte. Mein Bruder begleitete mich 40 km lang bis Zossen, dort verabschiedeten wir uns und er fuhr wieder zurück. Meine Mutter fuhr sogar bis Sperenberg mit. Ich war sehr erstaunt, dass sie soweit mitkam, sie fährt sonst nicht so weite Strecken mit dem Rad.

Nach Sperenberg war ich viel auf der Landstraße unterwegs und kam an einem ehemaligen Kasernengelände vorbei, was riesige Ausmaße hatte. Das Gelände erinnerte mich etwas an Beelitz-Heilstätten, nur das hier überall Schilder vor Munition warnten. Der nächste lange Radweg kam dann auf dem Flämingskate. Hier rauschten Inliner mit 30 Sachen an mir vorbei. Sonst war es hier ziemlich ruhig. Es war nun später Nachmittag und ich hielt verstärkt Ausschau nach einem geeigneten Platz für mein Zelt. Direkt am Flämingskate gibt es nett angelegte Rastplätze mit kleinen Unterständen und ich überlegte hier zu campen. Doch diese Plätze waren zu offen einsehbar. So hielt ich dann nach 99 km um halb acht in einem kleinen Dorf an. Hier fragte ich eine Bäuerin, die gerade ihre Kühe von der Weide holte, ob ich hier die Nacht zelten darf. Sie hieß Anette und hatte damit kein Problem, das fand ich nett. So stellte ich mein Zelt neben der Weide auf, schaute mir den Sonnenuntergang an und ging dann früh schlafen.

Am nächsten Morgen stand ich um 6 Uhr auf und spürte eine feuchte Kälte, als ich aus meinem Schlafsack kroch. Ich guckte aus dem Zelt und sah alles mit Raureif bedeckt, mein Thermometer zeigte 0° C an. Da zog ich mir noch einen Pulli über und machte mich schnell daran die Taschen einzupacken und das Zelt abzubauen, um warm zu werden. Bereits um 7:30 Uhr fuhr ich weiter. Das Wetter wurde an meinem zweiten Reisetag schöner als den Tag zuvor, mehr Sonne und wenig Wind. Eigentlich wollte ich heute schon bis Dresden kommen, doch ich ließ mir dann Zeit. Denn Jim, mein Freund in Dresden, war gerade etwas krank und musste sich noch erholen, bevor er mich empfangen konnte. Meine Strecke führte mich ein Stück weit an der Elster entlang, hier gibt es einen gut ausgebauten Radweg, den ich für mich allein hatte. Trotz der Trödelei schaffte ich 94 km und kam abends in dem Ort Nünchritz, direkt an der Elbe, an. Hier fand ich einen kleinen Privatcampingplatz wo ich für 5€ übernachten konnte. Ich war der einzige Gast und stellte mein Zelt gleich neben dem Fluss auf.

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Am Samstagabend hab ich mich noch bei Jan und Jule verabschiedet. Wir guckten Schlag den Raab und ich bekam noch etwas vom veganen Hühnerfrikassee ab, welches Jan gekocht hatte, war sehr lecker.

Jan ist vor kurzem wegen Studium nach Hessen gezogen und seine Freundin zieht auch bald weg. Irgendwie blöd, die meisten Leute die ich in den letzten anderthalb Jahren besser kennengelernt habe, haben Berlin verlassen. Nun ja ich verlasse Berlin auch bald und ich weis noch nicht genau wann ich wiederkommen werde.

Nachdem ich in letzter Zeit zu Jan und Jule gegenüber immer mal spaßeshalber sagte, dass ich vor meine Abreise noch eine Glatze haben will, machten wir heute ernst. Jan war total scharf drauf mich zu verunstalten und hämmerte mit der Haarschneidemachine wie wild auf mein Kopf ein. Er hatte 9 mm eingestellt, rutschte dann aber auf 3 mm ab und dann hatte ich tatsächlich fast eine Glatze. Das war schon lustig. Unterwegs darf ich mir auf meiner Reise natürlich nicht die Haare schneiden. Wir wollen ja wieder Vorher- /Nachherbilder machen.

Wahrscheinlich sehe ich Jan in 2 Wochen wieder, wenn ich auf meiner Tour nach München einen Umweg durch Hessen fahre um bei ihm vorbeizuschauen.

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Müggelsee Am Samstag hatte ich nochmal die Gelegenheit bei Wolfgang in seiner C42 mitzufliegen. Wir machten einen kleinen Rundflug über Berlin. Am Flugplatz Strausberg herrschte reger Betrieb, bei dem schönen Wetter (CAVOK) waren alle Flieger draußen.

Gegen 15 Uhr lokaler Zeit starteten wir und flogen auf Berlin zu. Wolfgang meldete sich bei Schönefeld Turm an und ließ sich den Einflug via ECHO1 (Berliner Ring vor Neuenhagen) in die Kontrollzone (CTR) genehmigen. Dann flogen wir in 2000 ft entlang der S-Bahnlinie S5 Richtung ECHO2 (Ostkreuz). Obwohl ich schon lange nicht mehr die ECHO-Route langgeflogen bin, kam mir alles sehr vertraut vor. Neuenhagen, Mahlsdorf, Hellersdorf, Marzahn, Lichtenberg, Friedrichshain, Kreuzberg sah ich auf meiner Seite. Dann drehten wir an den Treptowers nach links und überflogen BRAVO (Britzer Garten). Wolfgang flog auf Schönefeld zu und machte ein Midfield Crossing, worum ich ihn zuvor gebeten hatte. Ich wollte den Platz nochmal überfliegen, bevor dort im Juni der Flughafen Berlin Brandenburg seinen Betrieb aufnimmt und Tegel geschlossen wird. Dann wird dort viel mehr Traffic sein und ein Midfield Crossing wird vielleicht nicht mehr ohne weiteres möglich sein.

Nach dem Überflug von Schönefeld verließen wir die CTR über SIERRA (Schönefelder Kreuz) und flogen auf den Flugplatz Schönhagen zu. Der Platz ist gar nicht so leicht auszumachen, da er von einem Waldgebiet eingeschlossen ist. Als wir den Platz in Sicht hatten und Wolfgang in die Platzrunde einflog, waren gerade 3 Flieger vor uns im Landeanfllug. Hier war ganz schön was los – der Flieger hinter uns musste sogar durchstarten, weil er uns zu dicht aufgeflogen ist, er war einfach zu schnell bzw. wir waren mit der C42 zu langsam für ihn. Es waren hauptsächlich Flugzeuge in der ECHO-Klasse auf dem Vorfeld, besonders interessant war eine Cessna 180 auf Floats. Später kam noch die grüne Antonov An2 (D-FBAW), welche als eine der letzten Maschinen von Tempelhof gestartet ist.

Auf unserem Rückflug nahm Wolfgang die WHISKEY-Route (Dreilinden, Teltow-Kanal, Heizkraftwerk Lichterfelde), BRAVO und dann rüber nach Friedrichshagen. Dort drehten wir einen Vollkreis direkt über dem Müggelsee, was wir problemlos vom Lotsen genehmigt bekamen. Leider verabschiedete sich hier gerade die Sonne hinter einer Wolke, trotzdem war es schön. Dann verließen wir die CTR über Erkner, kamen noch am Zementwerk Rüdersdorf vorbei und landeten gegen 19 Uhr in Strausberg.

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